Vor wenigen Stunden erst habe ich
hier meinen Unmut und meine Meinung zu Frau von der Leyens letze Worte im
Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" aufgeschrieben. Mehr oder weniger jedenfalls, denn ich habe nur die Worte anderer erneut ins Internet posaunt, damit es möglichst viele hören.
Vielleicht hat ja in der Zwischenzeit der ein oder andere dieses Interview von von der Leyen gelesen und genau das verstanden, was sie gesagt. Was gerade heiß diskutiert und vielerlei verurteilt wird. Der wohl am besten formulierte Satz zu diesem Thema hat
Udo Vetter in seinem, von mir heute schon verlinkten, Artikel "
Die Meinungsfreiheit als Sondermüll" geschaffen:
"Die böse Absicht darf mittlerweile unterstellt werden."
Schneller als gewohnt reagierte die Ministerin von der Leyen auf die lauten und großartig verbreiteten Auf- und Ausrufe der deutschen Digital Natives.
Welt Online gegenüber versicherte das Ministerium, dass von der Leyen keine weiteren Sperren plane, denn "
andere Deutungen sind nicht durch den Wortlaut des Interviews gedeckt".
Aha. Unterstellt man uns jetzt also Unfähigkeit zu verstehen, was eine deutsche Politikerin sagt? Unterstellt man uns, wir würden Aussagen wie "
derzeit", "
Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder", "
Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten", "
Welche Schritte für den Schutz dieser Grenzen notwendig sind, ist Teil einer unverzichtbaren Debatte" nicht verstehen?
Unterstellt man uns Dummheit?
Anscheinend wird die Aussage eines Tweets, den ich eben mit einem kleinen Lächeln fast schon überscrollt habe, tatsächlich gar nicht so unreal.
